Berichte und Meldungen

Unser Weg zur Leonberger-Zucht

Wie wird man Hundezüchter? Auf alle Fälle mit Hingabe und liebe zum Tier. Allerdings ist etwas Hilfe auch nicht schlecht. Und davon soll dieser kleine Bericht erzählen. 

Vorneweg: Bei uns hat der erste Deckversuch unserer Hündin Yona nicht geklappt. Trotzdem hatten wir eine tolle, aufregende Zeit, eine steile Lernkurve und dabei haben wir auch noch sehr nette Menschen (und Vierbeiner) kennen gelernt.

Aber wie kamen wir auf die Idee, Hunde (und dann auch noch Leos) zu züchten? Die Idee hatten wir schon lange. Allerdings sind wir nicht gerade von der spontanen Sorte. Mit zwei kleinen Kindern (5 und 6 Jahre) ist das Leben ja auch recht durchgetaktet. Allein hätten wir uns an so eine Sache wohl nicht rangetraut. Zuspruch erhielten wir von Jürgen Klehr, der immer wieder (steter Tropfen höhlt auch unseren Stein) erwähnte, wie schön es wäre, wenn unsere Yona, die aus seinem Zwinger stammt, auch mal einen Wurf hätte.

Wie fängt man an?
Zuerst sei erwähnt, dass selbst Dinge, die am Anfang sehr viel Respekt einflößen (immerhin bestimmen wir über ein anderes Lebewesen, dass es sich fortpflanzen soll; mit allen Konsequenzen), durchaus handhabbar werden, wenn man etwas Hilfe hat. Hierzu waren Simona Bäder und Gisela Holsten immer mit einem offenen Ohr für uns da.

Los ging es damit, die Zuchttaugligkeit feststellen zu lassen. Unsere Yona ist ein toller Hund. Eine Bärin, verschmust und zärtlich auch oder gerade mit den Kindern. Sie kann unserer einjährigen Nichte sanft mit „gespitzen Lippen“ ein Reiskorn aus den Fingern nehmen, dass diese ihr vom Hochstühlchen entgegenstreckt. Vom Wesen her also keine Bedenken. Allerdings muss vor der Zucht auch geklärt werden, ob sie gesundheitlich zur Zucht in der Lage ist und auch keine Krankheiten weitergeben kann. Als Beispiel sei hier die Stellung der Gelenke an Hüfte und Ellenbogen genannt. Aber auch eine genetische Untersuchung musste durchgeführt werden. Zum Zweck dieser Untersuchungen gibt es einige Formulare für den Tierarzt. Dazu waren wir in der Tierklinik unseres Vertrauens.

Medizinisch alles super. Was nun? 

Eine Hündin, die zur Zucht herangezogen werden soll, muss gekört werden. Das findet auf einer Ausstellung statt. Zu der Zeit, als wir sie gebraucht hätten, fand keine dieser Treffen statt. Es herrschte gerade die Corona-Pandemie.
Glücklicherweise war es Simona Bäder in ihrer Eigenschaft als Zuchtwartin möglich, uns zu besuchen. Zusammen mit ihrer Tochter Selina konnte sie dann auch gleich die Abnahme der Zuchtstätte erledigen.
Somit wurde nicht nur unsere Yona bewertet, sondern auch gleich unser Zuhause auf die Tauglichkeit, Welpen unterzubringen hin bewertet.

Ist das schon alles?
Nicht ganz! Um die Erlaubnis zur Zucht im Verband zu erhalten, muss ein Züchter noch einige Prüfungen ablegen. Es handelte sich hierbei um fünf Onlinekurse mit anschließenden Multiple Choice Tests.
Wir staunten nicht schlecht, als wir nach dem ersten Kurs die Urkunde und einen Hinweis erhielten, dass wir diese jetzt in unseren Praxisräumen aushängen dürften. Zu dem Zeitpunkt war dann auch das Gefühl weg, das einen beschleicht, wenn man zu Beginn eines neuen Themas erst mal nur Bahnhof versteht…

Kanns jetzt los gehen?
Nicht ganz! Jetzt brauchten wir noch zwei Dinge. Einen passenden Rüden und den passenden Zeitpunkt.
Zum Glück hatten wir uns schon von Anfang an (Vorahnung?) aufgeschrieben, wann die Läufigkeit unserer Yona einsetzte, wie lange die Blutungen dauerten und wann in etwa Rüden kein Interesse mehr an ihr zeigten. Diese Aufzeichnungen kamen uns nun zu Gute. Die beste Zeit zu Deckakt liegt etwa zwei Tage nach dem Eisprung. Der lässt sich sehr zuverlässig über den Progesteronwert im Blut bestimmen. Eine Untersuchung, die der Tierarzt mit geeigneten Geräten machen kann.
Wir brauchten einige Versuche, bis der Wert perfekt war, loszufahren. Um diese Zeit herum sollte man flexibel sein. Es kann schnell gehen und man muss, je nach Entfernung den Hund schnell einpacken und losfahren.
Mit dem Besitzer des Rüden sollte man dann schon in Kontakt stehen. Und auch hier wurde uns wieder sehr geholfen. Die erfahrenen Zuchtkollegen, Jürgen Klehr, Simona Bäder und Gisela Holsten sorgten für eine Auswahl des genetisch passendsten Rüden.

Unser Weg führte uns schließlich weit in den Norden, wo wir letztendlich sogar von Gisela Holsten und ihrem Mann Sieggie Deckhilfe in Anspruch nahmen. Auch bei dem eigentlichen Decken wurden wir also nicht allein gelassen. Eine Möglichkeit, die wir schon von Beginn an im Hinterkopf hatten und die uns bei der aufregenden Reise sehr beruhigte.

Warum hat es denn dann nicht geklappt?
Na ja. Es ist eben Natur…
Trotz Hilfe von erfahrenen Züchtern kann das eben mal vorkommen. Für uns, wie für Yona, war dies das erste Mal. Auch der Rüde war nicht erfahren. Die Hunde verstanden sich sehr gut. Sie hatten sehr schön miteinander gespielt, aber bezüglich dem Deckakt ist es eben beim Versuch geblieben.
Wir waren uns alle einig, dass wir die beiden unterstützen, aber nicht zu weit eingreifen. Es sollte nichts erzwungen werden. Und das würden wir jederzeit wieder so machen. Im Herbst haben wir ja evtl. die nächste Chance.

Fazit?!
Wie schon oben erwähnt, war das für uns ein großartiges Erlebnis. Wir haben nette, hilfsbereite Menschen und liebevolle, große Hunde kennengelernt und nebenbei eine ganze Menge an neuem Wissen angehäuft.
Zudem haben wir ein klein wenig in die Zucht hineingeschnuppert. Nicht tief, dazu fehlt uns noch jede Menge Erfahrung, aber tief genug, um weiterzumachen. Wir danken allen unseren Helfern und freuen uns auf weitere Treffen, Austausch in Gesprächen und Hilfe beim hoffentlich erfolgreichen nächsten Versuch.

Preisanpassung bei Labogen
Zum 01.07.2022 hat Labogen die Preie für die Blutuntersuchungen wegen der gestiegenen Kosten und auch den Untersuchungsantrag verändert.
Unser neuer Untersuchungsantrag befindet sich unter den Formularen auf dieser Homepage. Den ab dem 01.07. geltenden Preiskatalog kann man unter https://shop.labogen.com/untersuchungsanträge  einsehen.
Die Leistungsnummern der gewünschten Test sind: LPN1 = 8487, LPN2 = 8494, LPPN3 = 8685, LEMP = 8283.
Das gesamte Leonbergerpaket hat nach wie vor die Nummer 8286 und der Abstammungsnachweis = 8109.
Diese Nummern befinden sich ebenfalls in dem geltenden Preiskatalog.
Die von euch angeforderten Zertifikate erstellt Labogen zukünftig digital und schickt sie per Mail als PDF zu.
Gedruckte Zertifikate müssen zusätzlich per Mail angefordert werden.

Leonbergerpaket
Ab dem 01.03.2022 bietet Laboklin das Leonbergerpaket (LPN1, LPN2, LPPN3, LEMP) zu einem günstigerem Preis an.
Anstelle von 113,00 Euro kostet es nun 105,00 Euro und hat die Nummer 8286 auf dem Untersuchungsantrag.
Auf der Internetseite www.labogen.com in der Rubrik Gentestinformationen/Untersuchungsanträge können alle Preise abgerufen werden.

Körung am 20.11.2021

Am 20.11.2021 war es endlich soweit. Wir (das sind mein Mann Rolf, unser Leonberger-Mädchen Gretchen und ich) durften an unserer allerersten Körung teilnehmen. Bei schönem Herbstwetter machten wir uns auf den Weg von Bremen nach Garlstedt, um pünktlich zur Körung des “Leonberger Freundeskreis“ vor Ort zu sein.

Im Gegensatz zu den teilnehmenden Mensch-Hundeteams, konnten wir als Gäste -ohne jede Zuchtambitionen- der beginnenden Körung entspannt entgegensehen.

11 Uhr, der Tag konnte nach kurzer Begrüßung durch die Gastgeber Gisela und Sieggie Holsten beginnen. Zur Freude unserer Leonberger durften sich alle Vierbeiner erstmal ausgiebig kennenlernen und austoben. Dem freundlichen Naturell des Leonbergers entsprechend wurden natürlich auch alle Zweibeiner von unseren Hunden begrüßt, so kamen auch wir schnell ins Gespräch.

Nun sollte es ernst werden, der Ablauf des Tages wurde besprochen. Beginnen sollte die Körung mit dem Wesenstest, gefolgt von den Einzelbe-gutachtungen der Hunde durch Simona Bäder, Gisela Holsten und Eva Rehfeld. Zwischendurch sollte eine Mittagspause mit belegten Brötchen für Entspannung und Stärkung sorgen.
Von Anfang an fiel uns positiv auf, dass alle Teilnehmer und Gäste in den Ablauf der Körung eingebunden wurden und Anregungen gerne angenommen wurden.

Mit dieser positiven Grundstimmung ging es zu den Gehorsams- und Wesensübungen, die Sieggie Holsten souverän aber einfühlsam anleitete. Allen anwesenden Gästen ohne Hund wurde ein Gegenstand für die Wesensübungen (Regenschirm, Dummy-Katze, verschiedene lärmende oder seltsame Spielzeuge) in die Hand gedrückt. Hiermit wurden  die nun aufmerksamen Mensch-Hunde-Teams nach diversen Gruppenübungen konfrontiert. Keiner der Leos ließ sich dabei aus der Ruhe bringen. Auch das Rascheln der Plane unter der und über die die Teams gehen mussten stellte keine große Herausforderung dar. Alle Leonberger zeigten sich entspannt und sehr freundlich gegenüber Hund und Mensch.

Zum Abschluss der Übungen bewiesen alle Leos, dass Sie durchaus aufs erste Wort hören können und liefen beim Abrufen freudig zu Ihren Besitzern. Wir waren begeistert! Messen und wiegen und auch die Zahnkontrolle ließen alle Leos gelassen über sich ergehen.

Nach diesem guten Start wurden die ersten beiden Rüden begutachtet. Simona, Eva und Gisela nahmen sich viel Zeit für die Begutachtung der Hunde und den aufgeregten Besitzern versuchten sie so gut es ging die Nervosität zu nehmen. Ihre Beurteilung der Hunde stimmten sie laut und gut hörbar für alle ab, so dass Teilnehmer und Zuschauer
alle Entscheidungen nachvollziehen konnten. Alle Beurteilungen wurden ausführlich begründet, was wir sehr positiv fanden. Nachfragen der Teilnehmer zu Ihren Lieblingen wurden bereitwillig beantwortet. 

Klasse fanden wir, dass der Verein bei der Beurteilung der Hunde bewusst auf die „klassische Bewertung nach Noten“ und damit die Unterteilung in gut und schlecht verzichtet. Vielmehr wurde die individuellen Stärken und Schwächen der Hunde herausgearbeitet und den Besitzern aufgezeigt. Die Wahl späterer Zuchtpartner für die angehenden Zuchthunde wird so sicher leichter.

Und bevor ich es vergesse: „Herzlichen Glückwünsch an alle Teams!“

Allen vorgestellten Leos, drei Hündinnen und drei Rüden, wurde ihre Zuchterlaubnis zugesprochen und sie erhielten ihre Körberichte.

Es war spannend und die Zeit verging schneller als gedacht. Leider mussten wir uns nach dem Mittagessen auf den Weg nach Hause machen, ich hatte noch einen wichtigen Termin.

Unsere erste Körung, sie hat richtig Spaß gemacht. Gerne wären wir noch geblieben. Nächstes Mal verschiebe ich lieber die Kohltour, versprochen!

Inga Lühning